CMS-Vergleich 2022: Die beliebtesten Content-Management-Systeme (2023)

Um mit einer Website möglichst viele Besucher anzulocken und zu halten, braucht man ansprechende Inhalte: Texte, Bilder, Videos und Grafiken bieten nicht nur Mehrwert für Leser und User, sie werden auch von Suchmaschinen positiv registriert. Doch diese Inhalte müssen erst einmal verwaltet, veröffentlicht, aktualisiert und kommuniziert werden. Je nach Größe der Website eine Mammutaufgabe, die ohne das passende Content-Management-System (CMS) nicht zu bewältigen ist. Wir liefern Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Anforderungen an ein CMS und darüber hinaus einen Vergleich der bekanntesten Open-Source-Lösungen.

Wie trifft man die richtige Auswahl beim CMS?

Macht man sich auf die Suche nach dem passenden Content-Management-System, sieht man schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zwischen 250 und300 verschiedene Programme sind derzeit auf dem Markt verfügbar. Dabei reicht das Angebot von überschaubaren Blog-Baukästen bis hin zu umfangreichen Enterprise-Systemen. Hier stellt sich die Frage, welchen Ansprüchen ein CMS gerecht werden muss, um das geplante Online-Projekt optimal unterstützen zu können?

Anwendungsfelder im Überblick

Grundsätzlich gibt es drei zentrale Anwendungsfelder für Content-Management-Systeme. Die Auswahl der Software-Lösung für ein neues Online-Projekt sollte sich daran orientieren, welcher Bereich bei der Entwicklung im Vordergrund steht. Gängig ist die Unterteilung in Web-Content-Management, Blog-Publishing/News und Social Publishing/Communitys.

Web-Content-Management

Beim klassischen Web-Content-Management liegt der Fokus darauf, Inhalte für das World Wide Web zu erstellen und zu verwalten. Dabei ist es in der Regel erforderlich, dass mehrere Website-Betreuer (Redakteure) auf das Backend zugreifen können, was komplexe Freigabemethoden erfordert. Wichtig ist zudem eine bestmögliche Aufbereitung der Website mithilfe multimedialer Inhalte. Weitere wichtige Faktoren sind eine umfangreiche Rechteverwaltung, eine Volltextsuche, ein effizientes News-Management sowie die Möglichkeit, Inhalte bei Bedarf mehrsprachig präsentieren zu können.

Social Publishing/Communities

Online-Communitys zu entwickeln und einem größeren Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen, erfordert einen deutlich größeren Funktionsumfang als ein einfacher Blog. Das liegt vor allem daran, dass hier keine passive Leserschaft, sondern eine aktive Nutzergruppe ins Visier genommen wird. Dabei wird Content nicht nur durch den Betreiber, sondern auch – und im Idealfall überwiegend – durch die Mitglieder erstellt (User-generated Content). Das Grundsystem von Social-Publishing-Lösungen ist in der Regel modular gestaltet und lässt sich bei Bedarf um die benötigten Web-2.0-Funktionen erweitern.

Proprietäre Software vs. Open Source

Zahlreiche Content-Management-Systeme werden von großen Projekt-Communitys quelloffen zur Verfügung gestellt. Man spricht dann von Open-Source-Software. Bei quelloffenen CMS sind die Systeme und der Programmcode frei zugänglich. Der Quelltext kann prinzipiell von jedem eingesehen werden. Nutzer haben somit die Möglichkeit, Veränderungen, Verbesserungen und Erweiterungen vorzunehmen und das CMS an individuelle Anforderungen anzupassen.

Das Gegenstück zu Open-Source-Software stellen proprietäre Lösungen dar. In diesem Fall wird das CMS von einem bestimmten Unternehmen entwickelt und in der Regel als kommerzielles Produkt vertrieben. Der Einsatz proprietärer Content-Management-Systeme ist meist mit dem Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz verbunden. Der Quellcode ist Anwendern nicht zugänglich.

Bei Open-Source-Software hingegen fallen oft keine Lizenzkosten an. Entsprechende Lösungen sind für Unternehmen somit vor allem wirtschaftlich attraktiv. Entwicklungstechnisch stehen etablierte quelloffene Content-Management-Systeme proprietären Lösungen in nichts nach. Hinter den bekanntesten Projekten wie WordPress oder TYPO3 stehen Entwickler-Communitys mit hohem fachlichem Niveau. Umfangreiche Dokumentationen und der transparente Entwicklungsprozess sorgen zudem dafür, dass Software-Fehler und Sicherheitslücken zeitnah behoben werden.

Doch wie hoch ist der weltweite Marktanteil quelloffener Anwendung im Vergleich zu proprietären Lösungen für den Webseitenbetrieb?

Die beliebtesten CMS-Systeme im Detail

Open-Source-Systeme wie WordPress, TYPO3, Joomla!, Drupal, Contao und Neos gelten in Deutschland als Standardlösungen für den professionellen Webseitenbetrieb. Doch nicht jedes System ist für Ihr individuelles Vorhaben gleich gut geeignet. Wir haben die Kernfunktionen, Anwendungsfelder und Systemvoraussetzungen der Content-Management-Systeme für Sie zusammengetragen. Erleichtern Sie sich Ihre Entscheidung mit unseren übersichtlichen Pro- und Contra-Tabellen.

Fakten

  • Benutzerfreundliches CMS mit großem Funktionsumfang
  • mehr als 1.400 Erweiterungen verfügbar
  • Mehrsprachiges Backend
  • Online-Demo
  • 2-Faktor-Authentifizierung (ab Contao 4.6)

Systemvoraussetzungen Contao 4.9 Long Term Support (LTS)

  • Webserver: Apache, NGINX oder IIS mit PHP- und MySQL-Support
  • Middleware: mind. PHP 7.4
  • Datenbank: mind. MySQL 8.0
  • Weitere Empfehlungen: Um vom vollen Funktionsumfang zu profitieren, sind folgende PHP-Erweiterungen erforderlich: DOM, PCRE, Intl, PDO, ZLIB, JSON, Curl, Mbstring, GD

Das CMS Contao erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Die schlanke Software verfügt bereits in der Grundkonfiguration über ein umfangreiches Funktionsspektrum und lässt sich mit mehr als 1.400 verfügbaren Erweiterungen flexibel an individuelle Bedürfnisse anpassen.

Das CMS-System bietet einen integrierten Theme-Manager. Dieser ermöglicht es, Design und Layout einer Website auf Basis von Contao mithilfe vorgefertigter Module individuell zu konfigurieren. Darüber hinaus werden Webseitenbetreibern professionelle Themes zu diversen Anwendungsfeldern und Branchen über die Contao-Website sowie bei anderen Contao-Theme-Anbietern angeboten. Themes gibt es als kostenlose oder kostenpflichtige Varianten.

Die Software ist für ihre hohen Sicherheitstandards bekannt. Für die LTS-Version des CMS wird ein Long-Time-Support von vier Jahren garantiert. In diesem Zeitraum erhält die LTS-Version Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen. Die LTS-Version ist stabil und wird für produktive Webseiten empfohlen.

Zusätzlich gibt es eine Entwicklungsversion, die für einen Zeitraum von einem halben Jahr mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates versorgt wird und Neuerungen beinhaltet, die in der LTS-Version nicht enthalten sind und dann erst in die nächste LTS-Version einfließen werden. Diese Version wird allen empfohlen, die neue Funktionen testen möchten.

Eine Online-Demo sowie umfangreiches Dokumentationsmaterial ermöglichen einen schnellen Einstieg in die Webseitenerstellung. Die Serverkompatibilität lässt sich auf Wunsch durch den Contao-Check sicherstellen.

Das flexible CMS ist für Websites jeder Größe geeignet. Die Software bietet eine leistungsfähige Systemarchitektur, die im Kernsystem schon viele Funktionalitäten bietet, sich aber durch Erweiterungen individuell anpassen lässt. So können beispielsweise Intranet-Lösungen, E-Commerce-Plattformen, Unternehmensportale oder Microsites realisiert werden, die selbst in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Webanalyse keine Wünsche offenlassen.

Lediglich mehrstufigeWorkflows sind mit Contao in der Standardkonfiguration nicht umsetzbar. Aber auch hierzu gibt es Erweiterungen, die einen Workflow in Contao 4 abbilden können.

Fakten

  • Open-Source-Enterprise-Content-Management-System
  • Echter WYSIWYG-Editor (Inline-Editing)
  • Suchmaschinenfreundliche URLs
  • Publishing- und Verwaltungstools für mobile Lösungen
  • Geplante Erweiterbarkeit, um andere Systeme wie Shop-, CRM- oder ERP-Lösungen anzubinden

Systemvoraussetzungen Neos CMS 7.x

  • Webserver: Apache, NGINX
  • Middleware: PHP >= 7.3.0 (zur Entwicklung muss PHP CLI die gleiche Version haben)
    PHP-Module: mbstring, tokenizer, xml, pdo_mysql, imagick oder gmagick
    PHP-Funktionen: exec(), shell_exec(), escapeshellcmd() und escapeshellarg()
  • Datenbank: Offiziell unterstützt: MySQL > 5.7.7, MariaDB > 10.2.2 und PostgreSQL > 9.4
    Optional: Oracle, Microsoft SQL Server, SAP Sybase SQL Anywhere, SQLite, Drizzle
  • Hardware: mindestens 256 MB RAM
  • Weitere Empfehlungen: Individuelle Erweiterungen können zusätzliche Software erfordern.

„Content´s first choice“ ist nicht nur das Motto, sondern gelebte Realität bei Neos. Von Anfang an wurde Neos so konzipiert, dass es besonders benutzerfreundlich ist. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Inline-Editing: ein echter WYSIWYG-Editor. Im Gegensatz zu anderen, klassischen CMS müssen Redakteure nicht mehr Dutzende von Formularfeldern für Überschriften, Titel usw. ausfüllen, um anschließend eine grobe Vorschau des neuen Inhalts via Vorschau-Button zu erhalten. Stattdessen bearbeiten sie den Inhalt direkt im Layout der späteren Seite.

Gleiches gilt für verschiedene Darstellungsformen wie Tablet, Smartphone oder auch die Anzeige der Google-Suchergebnisse: Nutzer können ganz einfach zwischen den Ansichten hin und her wechseln, ohne die Seite verlassen zu müssen. So können Inhalte schnell und einfach für verschiedene Kanäle optimiert werden.

Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten Content Dimensions. Der Clou: Redakteure können beliebig viele Versionen von Inhalten für verschiedene Zielgruppen erstellen. Die Inhalte sind nicht nur in verschiedenen Sprachen verfügbar, sondern auch für verschiedene Zielgruppen (Geschlecht, Kultur, Land, Region etc.) – natürlich mit Fallback-Optionen. Marketingkampagnen lassen sich so gezielt steuern. Die Pflege großer Mengen an Multi-Sites in einem Neos-System gehört ebenfalls zum Standardrepertoire.

Neue Inhalte in Unternehmen durchlaufen oft mehrere Review- und Genehmigungsprozesse von der Erstellung bis zur Veröffentlichung. Mittels Benutzer- und Gruppen-Workspaces, unterstützt durch flexibles Rechtemanagement, integriert sich Neos einfach in bestehende Prozesse.

Trotz der Fokussierung auf Content ist Neos kein reines CMS. Neos wurde für Integration und Erweiterbarkeit entwickelt. Es ist ein leistungsfähiges CMS, das mit einem ebenso leistungsfähigen PHP-Framework namens Flow ausgeliefert wird. Entwickler können Neos so gestalten, wie sie es brauchen.

Die Community bezeichnet Neos als „Content Application Platform“. Dies soll verdeutlichen, dass die Stärken des CMS neben klassischen Websites in anspruchsvollen und komplexen Projekten liegen: Integration von Drittsoftware, Anbindung an externe Systeme (ERP, CRM u.v.m.), Shop-Integrationen, und noch vieles mehr. Bestehende Erweiterungen lassen sich einfach über Composer installieren (z.B. Google Analytics, IBM Watson, Elasticsearch etc.).

Individuellen Erweiterungen steht ebenfalls nichts im Weg. Mit Neos 4.0 wurde beispielsweise die Assets API eingeführt. Diese ermöglicht den direkten Zugriff auf externe Media-Ressourcen (Google Drive, Dropbox, OwnCloud etc.). Ebenso kann man mühelos Fotodienste wie Fotolia oder Unsplash verwenden, ohne die zu bearbeitende Seite verlassen zu müssen.

Der Erweiterbarkeit von Neos sind kaum Grenzen gesetzt. So ging beispielsweise der "Neos Award 2018" an ein Projekt, das den Online-Inhalt eines Verlagskunden direkt aus Neos in eine druckfähige InDesign-Vorlage exportiert – inklusive spezieller Markups für die Druckvorstufe. Dadurch entfällt der Aufwand, Inhalte zweimal einzupflegen und zu überprüfen.

Nach der kürzlich abgeschlossenen Überarbeitung der Benutzeroberfläche in React arbeiten die Entwickler derzeit beispielsweise an der Integration von Machine Learning oder der Neuimplementierung des Neos Content Repository mit CQRS und EventSourcing. Gerade Letzteres macht Neos besonders interessant für Banken, Versicherungen und Behörden, da es verschiedene Überarbeitungen der Inhalte sicher vor späteren Änderungen speichert.

MyWebsite Now: Die einfache und effektive CMS-Alternative

Abseits der beliebten CMS-Systeme sind immer häufiger auch Baukästen als Grundbasis für das eigene Webprojekt gefragt. Einer der modernsten Vertreter dieser Art ist MyWebsite Now, die einfache und effektive CMS-Alternative von IONOS. Der Hosting-Provider offeriert seine Website-Lösung im Paket mit einer eigenen, individuellen Domain und einem TLS/SSL-Zertifikat im monatlichen Abonnement. Nutzer profitieren also nicht nur von einer einsteigerfreundlichen Baukasten-Software, die das Code-Programmieren überflüssig macht, sondern erhalten gleich auch eine Hosting-Umgebung für die eigene Website, deren Management und Pflege in den Aufgabenbereich von IONOS fällt.

Das Herzstück von MyWebsite Now ist der spielend einfach zu nutzende Homepage-Editor: Per Drag-and-Drop lassen sich die verfügbaren Website-Komponenten an die gewünschte Stelle manövrieren, wobei vorgefertigte Komplettbausteine inklusive Content-Vorschlägen die Kreation des eigenen Projekts erheblich vereinfachen. Dank vielfältiger Design-, Farb- und Layout-Optionen bleibt der Individualisierungsgrad dabei dennoch hoch. Zu Beginn kann zudem eine thematisch passende Designvorlage ausgewählt werden – ob private Homepage, Vereinsseite oder Business-Page. Damit das Endprodukt auf allen Geräten überzeugt, sind diese Templates responsiv und somit für alle Displaygrößen optimiert.

MyWebsite Now gibt Kunden die Möglichkeit, sich gänzlich auf die eigenen Ideen zu fokussieren, während die Administration und Instandhaltung des Projekts komplett Providersache bleiben. Dank über 30-jähriger Erfahrung auf dem Gebiet weiß IONOS in puncto Sicherheit und Performance zu überzeugen. Alle Projekte werden in performanten, ISO-zertifizierten Rechenzentren gehostet, die ein Höchstmaß an Daten- und Ausfallsicherheit bieten. Sollten dennoch einmal Probleme mit der Software bzw. der erstellten Website auftreten, stehen persönliche Support-Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite.

Dreamweaver: Die Webdesign-Software der Creative Cloud

Betrachtet man die Statistik von W3Tech sticht vor allem eine Alternative zu quelloffenen Content-Management-Systemen ins Auge: Viele Webseitenbetreiber ziehen es vor, ihre Website von Grund auf selbst zu erstellen und setzen dabei auf den HTML-Editor Dreamweaver. Die ursprünglich von Macromedia entwickelte Webdesign-Software wird heute von Adobe Systems vertrieben und steht Anwendern im Rahmen der Creative Cloud (CC) als proprietäres Produkt für macOS und Windows zur Verfügung.

Für die grafische Bearbeitung von Webseiten und mobilen Inhalten kombiniert Dreamweaver einen WYSIWYG-Editor mit einer leistungsfähigen Coding-Engine. Diese stellt Entwicklern diverse Funktionen wie Syntax-Highlighting, automatische Code-Vervollständigung, Validierung und eine Browser-Vorschau in Echtzeit zur Verfügung. Neben HTML5 und CSS unterstützt die Software Webstandards wie PHP, Java, JavaScript, ASP oder XML sowie die CSS-PräprozessorenSASS, Less und SCSS. Ein zeitgemäßes Responsive Webdesign lässt sich mit Hilfe des integrierten CSS-Frameworks Bootstrap realisieren.

Aufgrund des umfangreichen Funktionsspektrum und der vergleichsweise hohen Kosten für eine Nutzerlizenz richtet sich die leistungsstarke Software in erster Linie an professionelle Anwender und Agenturen. Weitere Informationen zu Adobe Dreamweaver sowie eine Beschreibung attraktiver Alternativen auf Open-Source-Basis finden Sie in unserem weiterführenden Artikel „Dreamweaver-Alternativen“zum Thema.

Newcomer: Spezielle CMS im Vergleich

Neben den großen, bekannten CMS haben sich in den vergangenen Jahren auch Systeme entwickelt, die zwar nicht so weit verbreitet sind, aber dennoch eine aktive Community hinter sich haben. Für manche Projekte oder Herangehensweisen können diese CMS genau das Richtige sein, auch wenn sie für die Masse der Nutzer nicht interessant sind. Darüber hinaus bringen die vorgestellten CMS wichtige Impulse, von denen auch die große Konkurrenz profitieren kann.

Wie bei Grav reicht es bei Kirby, wenn Nutzer die wenigen Dateien des Starterkits auf den Webserver (Apache 2, NGINX, LiteSpeed, Caddy) laden. Auf diesem muss nur PHP verfügbar sein. Prinzipiell ist auch keine Admin-Oberfläche mit einemWYSIWYG-Editor nötig. Man kann die Inhalte einfach per Texteditor erstellen und in den richtigen Ordner auf dem Webserver laden, aber auch das Kirby-Panel verwenden – ein einfaches, übersichtliches Backend.

Pico

Ein anderes Flat-File-System, das vor allem bei Fans von puristischen Lösungen beliebt ist, heißt Pico. Das CMS setzt den Fokus klar auf Einfachheit und Geschwindigkeit – und verzichtet in diesem Zuge nicht nur auf eine Datenbank, sondern sogar komplett auf ein komfortables Backend. Man kreiert Seiten, indem man Markdown-Dateien erstellt, die wiederum in die Verzeichnisstruktur auf dem Server einsortiert werden. Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache, mit der sich Texte formatieren lassen. Deshalb kann eine Seite für Pico auch relativ simpel in einem Texteditor geschrieben und durch die Auszeichnungselemente angepasst werden.

Erwartungen und Anforderungen an ein CMS-System

Bevor Sie sich für eines der zahlreichen Content-Management-Systeme entscheiden, gilt es zunächst, die Ziele für das geplante Online-Projekt zu definieren. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Art von Inhalt soll angeboten werden?
  • Wer stellt die Inhalte bereit?
  • Wie sieht die Zielgruppe aus?
  • Welche Ressourcen stehen für den Webseitenbetrieb zur Verfügung?

Darüber hinaus ist es wichtig, abzuschätzen, wie viele Personen zeitgleich an dem CMS arbeiten und welche Workflows realisiert werden sollen. Richtet sich ein einzelner Blogger an die Internetgemeinde, wird die Erstellung von Inhalten von einem ganzen Redaktionsteam übernommen oder sogar von den Besuchern der Webseite selbst?

Welche Prioritäten in Bezug auf Installations- und Konfigurationsaufwand, Benutzung, Verwaltung und Funktionalität gesetzt werden, muss jeder Webseitenbetreiber in Hinblick auf das geplante Vorhaben abwägen. Während für den einen die Benutzerfreundlichkeit oder eine einfache Anbindung an andere Systeme an erster Stelle stehen, legen andere den Fokus auf die Suchmaschinenoptimierung, einen barrierefreien Zugang zu Online-Inhalten oder Sicherheitsfunktionen auf Enterprise-Niveau.

Bei der Wahl des passenden CMS-Systems steht die enorme Bandbreite unterschiedlicher Funktionen den individuellen Anforderungen gegenüber. Diese unterscheiden sich von Anwender zu Anwender. Hier hilft nur der direkte Vergleich. Informieren Sie sich anhand von Vergleichstabellen darüber, für welche Anwendungsfelder sich die vorgestellten Lösungen am besten eignen und welche Systemressourcen Sie für einen reibungslosen Betrieb bereitstellen müssen.

Implementierung, Installation und Konfiguration

Eine erste Hürde auf dem Weg zum CMS-gestützten Online-Projekt stellt die Installation der gewählten Software-Lösung dar. Hier gilt, je komplexer das System, desto aufwendiger die Einrichtung und Wartung. Joomla! und WordPress punkten mit einem Wizard, der den Zeitaufwand für die Installation erheblich reduziert. Kleine Webprojekte lassen sich so binnen Minuten online stellen. Auch Drupal kommt Anwendern mit einer schlanken Grundinstallation entgegen. Viele Vorhaben erfordern jedoch zusätzliche Module, die sich nur mühsam via FTP nachinstallieren lassen.

Komplex gestaltet sich auch die Installation des selbsternannten Enterprise-Content-Management-Systems TYPO3. Dieses richtet sich in erster Linie an Anwender, die große Internet-Projekte wie Unternehmensportale oder E-Commerce-Plattformen umsetzen möchten. Webseitenbetreiber sollten fundiertes Fachwissen mitbringen, um Installation, Konfiguration und Administration der Software fehlerfrei durchführen zu können.

Alle Open-Source-Lösungen in unserem CMS-Vergleich basieren auf der Programmiersprache PHP. TYPO3-Nutzer sollten zudem Kenntnisse der Datenbanksprache SQL und der clientseitigen Skriptsprache JavaScript mitbringen. Möchten Webseitenbetreiber Templates selbst erstellen oder individuell anpassen, genügen bei Joomla!, WordPress, Drupal und Contao PHP-Kenntnisse. TYPO3 hingegen verwendet die eigenen Templatesprache TypoScript.

Eine Erweiterbarkeit durch Extensions, Plug-ins, Widgets oder Module ist bei allen vorgestellten Content-Management-Systeme gegeben. Zahlreiche Funktionen lassen sich ausschließlich auf Basis von Erweiterungen nutzen. Welche Features nativ unterstützt werden und wann zusätzlicher Installationsaufwand anfällt, zeigt die Vergleichstabelle.

Benutzerverwaltung

Alle Open-Source-Lösungen in unserem CMS-Vergleich lassen sich als Mehrbenutzersystem verwenden. Bei Systemen dieser Art stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer darf was? Welche Funktionalitäten ein CMS für die Benutzerverwaltung zur Verfügung stellt, sollte vor allem dann zentralen Auswahlkriterium sein, wenn eine Website von mehreren Nutzern parallel mit Inhalten bespielt wird. Folgende Tabelle zeigt, dass nahezu alle Systeme in unserem CMS-Vergleich die wesentlichen Funktionen im Rahmen der Benutzerverwaltung nativ unterstützen. Lediglich im Bereich mehrstufiger Workflows ist das CMS Contao, das sich in erster Linie an mittelständische Unternehmen richtet, auf Erweiterungen angewiesen.

Bedienung und Content-Erstellung

Webseitenbetreiber setzen auf CMS-Systeme, um sich die Erstellung und Veröffentlichung von Online-Inhalten zu erleichtern. Ein gutes CMS bietet Funktionalitäten, die es Anwendern ermöglichen, den Website-Content auch ohne Programmierkenntnisse zu verwalten. Zentrale Auswahlkriterien sind ein intuitiv nutzbarer WYSIWYG-Editor mit Vorschaufunktion und Rechtschreibprüfung, Importmöglichkeiten für Nicht-Text-Elemente wie Videos, interaktive Flash-Animationen oder Audio-Inhalte sowie eine Suchfunktion mit Volltextsuche.

Um Webseitenbesuchern die Navigation zu relevanten Inhalten zu erleichtern, sollte das CMS zudem ein Tagging-System zur Verfügung stellen, mit dem sich Inhalten aussagekräftige Schlagwörter zuordnen lassen.

Steht das News-Publishing im Vordergrund, sollte das CMS-System Blogging-Funktionalitäten unterstützen, die es ermöglichen, neue Inhalte über Web-Feeds zu promoten und Lesern Feedback-Kanäle wie ein Gästebuch oder eine Kommentarfunktion zur Verfügung stellen. Anwender, die internationale Projekte realisieren möchten, sollten darauf achten, dass sich Inhalte in mehreren Sprachversionen bereitstellen lassen.

Suchmaschinenoptimierung und Responsive Design

Hochwertige Inhalte sind der Schlüssel zur erfolgreichen Website. Vor allem spielt Suchmaschinenoptimierung eine immer größere Rolle. Doch Webseitenbetreiber die einen Spitzenplatz im Suchmaschinenranking erobern möchten, müssen auch technische Anforderungen erfüllen. Diese betreffen die URL-Struktur eines Online-Projekts, die Ausgestaltung von Meta-Informationen sowie die Ausrichtung des Layouts auf mobile Endgeräte.

Alle Open-Source-Lösungen in unserem CMS-Vergleich bieten Anwendern die Möglichkeit, parametrisierte URLs in ein „sprechendes“ URL-Schema umzuschreiben, das sich sowohl von menschlichen Nutzern als auch von der Suchmaschine interpretieren lässt. Nicht jedes CMS unterstützt diese Funktion nativ ohne Erweiterung.

Einen wesentlichen Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking haben zudem Meta-Informationen wie der Title und die Description einer Webpage. Diese werden Nutzern zusammen mit der URL als Snippet auf der Suchergebnisseite ausgespielt, dienen somit als Teaser und sollten im besten Fall zum Klicken animieren. Alle vorgestellten Open-Source-Systeme bieten Anwendern die Möglichkeit, für jede Unterseite eines Online-Projekts individuelle Meta-Informationen manuell zu erstellen.

Mit der steigenden Anzahl mobiler Aufrufe änderten sich auch die Ansprüche, die Nutzer an Internetangebote stellen. Betreiber, die das Layout ihrer Website noch immer ausschließlich auf Desktop-Nutzer ausrichten, verschenken Potenzial und müssen mit einem Abstieg im Suchmaschinen-Ranking rechnen. Bei der Umsetzung neuer Online-Projekte sollte das Thema mobiloptimierte Gestaltung der Websitedaher Priorität haben. Grundsätzlich kommen CMS-Systeme Anwendern dabei durch die strikte Trennung von Inhalt und Darstellung entgegen. Für alle vorgestellten Lösungen finden sich Templates, die sich im Rahmen eines Responsive Designs automatische an die Displaygröße unterschiedlicher Nutzer-Endgeräte anpassen. Doch Vorsicht: Nicht immer werden diese kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auf einen Blick: Die wichtigsten CMS im Vergleich

Unser CMS-Vergleich zeigt: Jeder vorgestellten Lösung liegen bestimmte Ziele der Software-Entwicklung zugrunde, die die Ausrichtung des Projekts maßgeblich beeinflussen. Ein perfektes Content-Management-System, das allen Ansprüchen des Webseitenbetriebs gleichermaßen gerecht wird, werden Sie vergeblich suchen. Und auch wir präsentieren Ihnen im Fazit unserer Gegenüberstellung keinen Gewinner. Stattdessen gilt es, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme im Hinblick auf das eigene Vorhaben und individuelle Ansprüche abzuwägen.

Während sich WordPress in erster Linie an die Blogger-Szene richtet und für einen Einsatz als CMS zunächst mit entsprechenden Erweiterungen aufgerüstet werden muss, bietet ein Systeme wie TYPO3bereits in der Grundinstallation ein umfangreiches Funktionsspektrum, das im Rahmen kleiner Online-Projekte jedoch nur selten ausgeschöpft wird.

Das modulare CMS Drupal ist im Rahmen eines Community-Projekts entstanden und kommt Anwender noch heute mit einer breiten Palette an Web-2.0-Funktionen entgegen. Wer diese im Rahmen des eigenen Projekts nicht benötigt, sollte ein anderes Content-Management-System wählen. Beispielsweise Joomla!. Auch hier bietet der große Pool an Erweiterungen Anwendern die Möglichkeit, das System individuell an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.

Steht Benutzerfreundlichkeit und der barrierefreie Zugang zu Online-Inhalten im Vordergrund, stellt Contao eine gute Lösung dar. Anwender müssen sich in diesem Fall jedoch damit abfinden, dass das kleinste der hier vorgestellten Projekte mit einer überschaubaren Community daherkommt. Im Vergleich zu den anderen Projekten werden Anwendern hier nicht ganz so viele Erweiterungen geboten. Gleiches gilt für die Auswahl professioneller Themes.

Abschließend bieten wir Ihnen eine Vergleichstabelle, in der wir die besprochenen Open-Source-Lösungen in Bezug auf die wesentlichen Auswahlkriterien gegenüberstellen.

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Author: Margart Wisoky

Last Updated: 02/26/2023

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Name: Margart Wisoky

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Job: Central Developer

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